Von Lenin und vom Aquarium.
Wird zwar niemanden interessieren, aber in wenigen Minuten ist es Mitternacht. Mit Beginn der Geisterstunde endet mein Urlaub. Wladimir Iljitsch Uljanow schrieb einst, dass man lernen muss. Lernen, lernen und nochmals lernen. Das war auch der Plan für meinen Urlaub. Für die im Oktober anstehenden Prüfungen im wirtschaftbezogenen Teil meiner Fortbildung zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen weitere Grundlagen zu schaffen. Aber so vieles war einfach interessanter. Letzten Freitag habe ich sogar freiwillig meine Fenster geputzt. Außerdem habe ich mir Zeit für meine Familie und meine Freunde genommen, war im Kino und shoppen, habe stets ausgeschlagen und, mein Aquarium ist frisch eingerichtet. Die neuen Fische fühlen sich wohl.



Ich habe in den letzten zwei Wochen Fünf auch mal gerade sein lassen und das Leben genossen. Aber dazu gehört auch ein Stück Ernst: Ich habe fleißig gelernt.
Vom Tod und von Milli Vanilli.
Bisher hatte sie nicht die besten Karten im Lebenspoker: das erste Kind mit 17, das zweite mit 19, der Mann arbeitslos, der Vater im Gefängnis, die nervige Mutter als Nachbarin. Ann ist 23 und trägt trotz allem die kleine Sehnsucht in sich, dass alles einmal besser werden könnte. Als Ehefrau und Mutter lebt sie mit ihrer Familie in einem Trailer, putzt nachts an der Uni und muss sich mit ihrer ewig unzufriedenen Mutter herumschlagen. Doch eines Tages ändert sich Anns eintöniger Alltag schlagartig. Nach einem Schwächeanfall wird sie ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose des Arztes ist niederschmetternd: Krebs im Endstadium – sie hat noch zwei Monate zu leben. Aber Ann behält die schockierende Nachricht für sich, erzählt niemandem etwas davon, sondern fasst einen einsamen Entschluss: Sie wird das bisschen verbleibende Leben noch auskosten, sich Wünsche erfüllen, kleine Utopien verwirklichen und für ihre Lieben die Zeit nach ihrem Tod, das Leben ohne sie, vorbereiten.
Dazu gehört, dass sie ihren beiden Kindern Geburtstagsgrüße für die nächsten Jahre auf Band spricht oder dass sie Ausschau hält nach einer geeigneten neuen Frau für ihren Mann Don und Ersatzmutter für die beiden Mädchen, genauso aber auch der Plan, noch einmal Liebe und Zärtlichkeit mit einem anderen Mann zu erfahren, seinen Herzschlag ganz nah zu hören und brennende Lust zu verspüren – hundert Jahre Zweisamkeit in nur einer kurzen Begegnung. Mit Leo trifft Ann den Mann ihrer Träume. Nur ein kleiner Moment des großen Glücks ist ihr vergönnt, bis sie endgültig Abschied nehmen muss…
Liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, ich habe „Mein Leben ohne mich“ gestern Abend gesehen. „Filme vom Abschied“ ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und des Programmkinos Ost. Es findet im Umfeld des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, der vom 9. bis 11. September 2010 durchgeführt wird, statt. In diesem Zusammenhang lief der Film.
Mehrmals habe ich angefangen, über die Veranstaltung zu schreiben. Erst wollte ich als Einstieg über mein Taschentuch berichten. Es war nach der Kinovorstellung sehr nass, aber dazu fielen mir jedoch keine passenden Worte ein. Dann fing ich an, darüber zu schreiben, dass ich schon mehrere Menschen an ‚diese Krankheit‘ verloren habe, doch da brauchte ich schon wieder ein Taschentuch. Ich lasse das also lieber sein. Eine andere Idee war, wie Ann eine Liste zu erstellen, was ich alles noch in meinem Leben erledigen will. Doch allzu viel kam für die Liste nicht zusammen.
Ich will deshalb darüber schreiben, was der Film in mir ausgelöst hat. Ich will leben. Ohne Liste. Ohne Pläne. Dafür mit Mut. Mit Liebe. Heute, nicht morgen.
Text- und Fotoquelle: TOBIS Film GmbH & Co. KG, Berlin
Von Unglaublichem und von Babies.












Bildquelle: Kinowelt Filmverleih / Canal Plus / filmstarts.de
Von Schokolade und vom Husten.
Semperoper Dresden, ich bin in Begleitung meiner Mutter, meiner Patentante und deren ältester Tochter. Wir sehen und hören „Hofmanns Erzählungen“. Das Bühnenbild lässt sich mit einem Wort beschreiben, grässlich! Die Musik von Jacques Offenbach ist dagegen wunderschön! Kurz bevor die Barcarole ertönt ist es still. Wahrscheinlich würde man die sprichwörtliche Nadel fallen hören. Doch ein anderes Geräusch platzt in die Stille. Meine Patentante zerbricht eine Tafel Schokolade. Mit dem Gefühl, dass sich alle Blicke sich auf uns richten, verkneife ich mir ein Lachen. Die Patentantentochter hingegen versinkt vor Scharm in ihrem Sessel.
Kulturpalast Dresden, ich sitze in dem Konzert der Dresdner Philharmonie aus Anlass des Empfangs der Oberbürgermeisterin der Sächsischen Landhauptstadt Dresden zur Würdigung des Engagement Ehrenamtlicher und muss an diese kleine Episode denken. Es ist schon ein paar Jahre her und, wir sind seit dem nicht wieder in dieser Runde in die Semperoper Dresden gegangen. Das Orchester spielt gerade die „Zupfstelle“ aus Johannes Brahms‘ Zweiter Sinfonie. Andächtig werden die die Seiten der Violinen, Celli und Bässe leicht mit den Händen berührt. Eine unglaublich schöne Musik entsteht. Fast schwebe ich in anderen Sphären und genieße die Schönheit des Klangs, als ein heftiges Husten die Perfektion zerstört. Es bedarf wohl nur wenig Phantasie um nachzufühlen, wie sich der Reizgeplagte fühlt. Wahrscheinlich versinkt auch er vor Scharm in seinem Sessel.
Liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, vielleicht haben Sie mitgezählt. Das Wort Dresden wird in diesem Beitrag zwölfmal erwähnt und dies bei 396 Wörtern. Den Namen einer der schönsten Städte der Welt kann man gar nicht oft genug nennen. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die man in Dresden lieber verstecken sollte. Den Kulturpalast zum Beispiel. Alles erinnert hier an den Charme der einst real existierenden DDR. Als Dresdner kann ich nur hoffen, dass die Entscheidung über Um- oder Ausbau schnell getroffen und keine Diskussion auf Waldschlösschenbrückenniveau geführt wird. Denn dann bleibt er, besonders im Inneren, noch auf lange Zeit ein Schandfleck.

Zum Schluss noch eine Frage: Warum wird bei einem unterklassigen Fußballclub mit Fans von der übelsten Sorte (in diesem Zusammenhang schäme ich mich das Wort Dresden in den Mund zu nehmen) viel Geld in ein neues Stadium investiert, das bundesligatauglich ist, wo der provinzielle Verein wohl nie wieder dort spielen wird; während für erstklassige Kultur, ob nun Dresdner Philharmonie oder Staatsoperette Dresden, kaum Geld da ist?
Bildquelle: das-neue-dresden.de
Von Richard Dean Anderson und von Angelina Jolie.
Wird zwar niemanden interessieren, aber in den 80er Jahren war „MacGyver“ eine meiner Lieblingsserien. Kaum eine Folge die ich verpasste. Es war fesselnd, wie er sich mit Hilfe seiner handwerklichen Begabung und Alltagsgegenständen immer wieder Dinge bastelte, mit denen er sich aus schwierigen Situationen befreit. Die Handlung war dabei einfach strukturiert. Hier unser Held, der gegen das klar erkennbare Böse kämpft, dabei auch noch edel ist und auf die Anwendung von Gewalt meist verzichtet. An Angus MacGyver muss ich gerade denken, während Evelyn Salt aus einem Schreibtischbein und Verbandskasteninhalten eine Art Raketenwerfer baut. Im Film „Salt“ hängt sie so ein Einsatzkommando der Central Intelligence Agency spielend ab. Mit der unglaublichen „Bastelbegabung“ hören die Gemeinsamkeiten der Beiden aber auch schon auf. Die Motivationen der CIA- Agentin sind lange Zeit nicht erkennbar.
Die CIA-Agentin Evelyn Salt vernimmt den russischen Überläufer Orlov, der ihr von Tag X erzählt. Tag X ist eine Operation, die ein mächtiger Russe seit dem Kalten Krieg vorbereitet und die zur Zerstörung der Vereinigten Staaten führen soll. Orlov erzählt, dass der russische Präsident auf der Beerdigung des verstorbenen Vizepräsidenten in New York von einem russischen Spion namens Evelyn Salt getötet werden soll. Von der Anschuldigung zeigt sich Salt erschüttert. Zunächst versucht sie, ihren Ehemann Michael, einen deutschstämmigen Arachnologen, zu erreichen, da sie um seine Sicherheit fürchtet. Währenddessen kann Orlov entkommen. Salt ist gezwungen zu flüchten, da ihre CIA-Kollegen sie nun verdächtigen, eine Doppelagentin zu sein. Sie flieht in ihr Appartement und stellt fest, dass ihr Mann nicht da ist. Sie sucht alles Lebensnotwendige zusammen und flieht, wobei sie eine Giftspinne ihres Mannes mitnimmt.
Die Motive ihrer Handlungen bleiben zunächst unklar. Nachdem sie auf dem Highway bei einer Verfolgungsjagd nur knapp entkommen kann, gelangt Salt unerkannt mit einem Bus nach New York City. Am nächsten Morgen gelangt sie sich über Schleichwege in die schwerbewachte St. Bartholomew’s Church, in der die Beerdigung des Vizepräsidenten stattfinden soll. Sie tötet den russischen Präsidenten, offenbar so, wie Orlov es voraussagte. Unmittelbar danach trifft sie auf Peabody, den sie hätte erschießen können, es aber nicht tut. Nachdem sie zunächst verhaftet wird, kann sie jedoch dem NYPD wieder entkommen. Eine Serie von Rückblenden zeigt Salt, wie sie in der Sowjetunion aufwächst und wie Orlov sie und andere Kinder zu Schläfer-Agenten ausbildet. Ihre Aufgabe sei es, nach ihrer Ausbildung in die USA zu gehen, sich dort zu integrieren und Spitzenpositionen einzunehmen. Am Tag X werde er ihr und den anderen Befehle erteilen, von verschiedenen Stellen in den USA loszuschlagen.
Es ist doch nicht nur die Bastelleidenschaft, die Miss Salt und Mister MacGyver verbindet. Auch die Story in Film und Serie ist an einigen Stellen sehr konstruiert, aber unterhaltsam. Das Geld fürs Kinoticket lohnt sich.
Textquelle: wikipedia.de
Bildquelle: Columbia Pictures

