© Anaconda Verlag GmbH KölnNoch nie habe ich mich so schnell vom Lesen ablenken lassen, wie bei diesem Buch. Es ist nun schon der dritte Versuch Tolstois „Krieg und Frieden“ zu lesen, aber auch diesmal ist alles ringsherum interessanter. Ich sitze in einem Reisebus und wir fahren gerade auf der A4 nach Willingen im Sauerland. Am Horizont entdecken wir die Hubschrauber mit unserer Angela Merkel und Barack Obama an Bord. Sie landen gerade in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Schon habe ich einen Grund den Roman ganz schnell aus der Hand zu legen.

Sätze wie „Es war für alle ein herzliches Vergnügen, diese hübsche, von Gesundheit und Lebenslust erfüllte Frau anzusehen, die bald Mutter werden sollte und ihren Zustand so leicht ertrug.“ machen es mir nicht leicht, mich dem Buch zu nähern. Normalerweise überfliege ich einen Text schnell und kann mit einem System des „Kreuz-und-Quer-Lesens“ den Inhalt gut erfassen. Bei diesem Buch ist das anders. Hier muss ich Wort für Wort lesen. Denn jedes hat genau an der Stelle an der es steht, seine Bedeutung. Aber ich finde die sprachliche Gestaltung fazinierend. Auch wenn ich eigentlich fließend Russisch sprechen sollte, machen es Namen wie Andrej Bolkonski, Marja Dmitrijewna oder Platon Karatajew nicht gerade einfach der Handlung zu folgen.

Ich habe die Befürchtung, dass es lange 1087 Seiten werden. Viele habe ich den sieben Stunden der heutigen Busfahrt nicht geschafft.

Foto und Text: © Anaconda Verlag GmbH Köln, 2006

2 Kommentare

  1. Ich kann dir nur empfehlen, das Buch bis zum Ende zu lesen. Es lohnt sich wirklich.

    Ich habe auch ein paar Monate und mehrere Anläufe gebraucht. :-D

  2. Wahrscheinlich hast Du das Buch – so wie ich Dich kenne – schon mit 12 gelesen… :lol:


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