Vor einer guten halben Stunde lag ich noch im wohltemperierten Wellness- Becken des Georg-Arnold-Bads und genoss mein Leben. Während abertausende Luftblasen des Wirlpool-Bereichs meine müden Schulterblätter sanft massierten, fühlte ich mich einfach gut. Ich bin zwar kein Biologe, aber irgendwas muss der Körper ausschütten, wenn man Sport macht. Anders kann ich die angenehme Mischung aus Erschöpfung und Glücksgefühlen nach der letzten dreiviertel Stunde Bahnschwimmen nicht erklären. Thema beim Relaxen war natürlich auch der Chemieunfall an der Technischen Universität.
Wir überlegten, was die Feuerwehr gegen Arsen-Wasserstoff macht, schließlich sind wir keine Chemiker: Wie bindet man also ein Gas in der Luft? Ich muss jetzt bestimmt drei Euro ins Phrasenschwein werfen, aber wahrscheinlich ist es Glück im Unglück, dass es heute regnerisch ist. Das Gas wird so schnell aus der Luft gewaschen.
Jetzt fahre ich auf der Straße unterhalb des Hörsaalzentrums nach Hause und schaue auf die massiven Absperrmaßnahmen von Polizei und Feuerwehr. Bei Radio Dresden lief gerade eine Reportage über den Chemieunfall und über den Geruch nach Knoblauch, den die Studenten im Labor wahrgenommen haben. Ich bin zwar kein Psychologe, aber wie Autosuggestion funktioniert, kann ich mir vorstellen. Während ich an der Ampel warte, sehe ich mehrere Männer in Schutzanzügen. Ganz plötzlich riecht es auch in meinem Auto nach einem Vertreter aus der Familie der Amaryllisgewächse.

Bildquelle: n-tv / dpa
Nachtrag: Kein Chemieunfall an der TU
Nach dem Chemiealarm an der Technischen Universität haben Polizei und Hochschule Entwarnung gegeben. Die Untersuchung des Labors ist am Mittag ergebnislos beendet worden.
Es ist aber ein gutes Gefühl zu wissen, dass im Erstfall Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst funktionieren!
Schick!
(via Facebook)
Wieder so ein Fall. Entweder ist Wulf, sein ehemaliger Pressesprecher oder eine Ratingagentur schuld. Wie soll das nur weitergehen…?