Facebook- Nutzer haben bald nicht mehr die Wahl: Weltweit alle Profile werden auf den neuen Lebenschronik- Look umgestellt, bei dem alle Daten chronologisch aufbereitet sind. Wenn es soweit ist, hat jeder sieben Tage Zeit, um allzu Peinliches rechtzeitig zu löschen. Datenschützer finden das Vorgehen von Facebook „ultradreist“.* Während ich die Schlagezeile bei n-tv.de lese, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Datenschutz in diesem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung bekommt.
Ja, ich habe ein Profil bei Facebook und ja, ich nutze gern die Möglichkeit schnell mal einen Status zu teilen. In meinem Freundeskreis nutzen das Netzwerk viele und auch wenn ich meine Freunde nach-wie-vor am liebsten persönlich treffe, über ihr Alltagsleben bekomme jetzt mehr mit.
Zugriff auf mein Profil hat dabei nur, wer mit mir online befreundet ist. Mit aktuell 102 Usern ist die Gruppe im Vergleich zu anderen Nutzen relativ klein und trotzdem unterscheide ich, was die einzelnen Freunde zu lesen bekommen. Da gibt es je einen Kreis für enge Freunde oder Bekannte. Es gibt Inhalte, die ich nur mit Arbeitskollegen teile oder vor eben diesen verberge. Um es anders zu verlieren: Ich überlege mir sehr genau, was ich auf Facebook und natürlich auch bei „Behind Blue Eyes“ veröffentliche.
Das sollte jeder User tun, denn Mark Zuckerbergs Firma ist kein gemeinnütziger Verein. Allerdings scheinen manche Nutzer davon überrascht zu sein. Daten, die sie selber eingeben werden gespeichert und, noch mehr Überraschung, die Daten werden genutzt. Werbung ist das Zauberwort und die gibt es auf den blauen Seiten des Internets personalisiert. Algorithmen in den Tiefen der Datenserver errechnen anhand meiner Einträge in mein Profil, was mich wohl interessieren könnte. Dass sie damit auch danebenliegen können, beweist die eingeblendete AOK- Werbung. Aber mit ein paar regelmäßigen Klicks auf ‚irreführend‘ oder ‚uninteressant‘ hat sich der Spuk vertreiben lassen.
Nun gibt es also die Aufregung um die ‚Timeline‘ (in Deutschland ‚Chronik‘). Ich sehe darin primär ein neues Layout. Die geteilten Inhalte bleiben dieselben und über diese habe ich schon immer Kontrolle. Wenn man sich auf Datensammler wie Facebook oder auch zum Beispiel das Loyaltyprogramm Payback einlässt, sollte man sich vorher überlegen, was man da macht und nicht nachher schimpfen.
Politiker und Datenschützer äußern sich gern über Facebook. Da kann man sich so herrlich empören. Da kann man so herrlich Aktionismus zeigen. In meinen Augen sichern sie damit ihren Datenschutz in Form ihrer öffentlichen Bekanntheit. Schließlich wusste schon der Geheimrat von Goethe, dass einen Menschen nichts mehr erregt, als seinen eigenen Namen gedruckt zu sehen.

Textquelle: * n-tv.de
Also das mit der AOK -Werbung find’ ich klasse. Ich meine zielgerichteter kann dir das Beste garnicht mehr vor Augen geführt werden …
(via Facebook)
Kompliment Michael. Dein Witz ist endlich mal gelungen. Ich habe gerade herzhaft gelacht!
(via Facebook)
Mein lieber Danny du hast vollkommen recht!
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
(via Facebook)